Ecuador

Ecuador nach dem Putschversuch

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Geschwächte Regierung, gespaltene Linke und gestärkte Militärs

Der Putschversuch vom vorletzten Donnerstag ist gescheitert, doch Ecuador kommt nicht zur Ruhe. Hier zunächst die aktuellen Entwicklungen: Der Ausnahmezustand, der landesweit vorerst Ende letzter Woche endete, wurde für Quito auf unbestimmte Zeit verlängert, Präsidentenpalast und Parlament werden nun von Militärs bewacht, und dies soll noch zwei Monate lang so bleiben. Die Staatsanwaltschaft hat 58 Haftbefehle gegen Rädelsführer der Ereignisse des 30. September erlassen. 57 Polizeiangehörige sitzen Disziplinarstrafen ab, andere sind von der Staatsanwaltschaft vorgeladen. Lucio Gutiérrez, 2005 von der Bevölkerung aus dem Amt gejagter Staatspräsident, der von der Regierung als Hintermann des Putschversuchs dargestellt wird, ist wieder aus Brasilien zurückgekehrt und streitet jegliche Verantwortung ab.


 

Lateinamerikanische Dialoge: Ökologische Gerechtigkeit für ein “erfülltes Leben”

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Am Mittwoch den 8. Dezember 2010 veranstaltete das Andenbüro der Rosa Luxemburg Stiftung in Kooperation mit Radialistas apasionadas y apasionados und dem Centro Latino Americano de Ecología Social (CLAES) in Quito einen partizipativen Dialog mit dem uruguayanischen Sozialökologen Eduardo Gudynas zum Thema Ökologische Gerechtigkeit für ein “erfülltes Leben”. Mit auf dem Podium sass außerdem Wilton Guranda, Rechtsanwalt der nationalen Koordinationstelle für die Rechte von Natur und Umwelt der Ombudsstelle für Menschenrechte von Ecuador.

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Seminar zu indigener Justiz, Plurinationalität und Interkulturalität

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An 5. Dezember 2010 fand im Rahmen des von der Rosa Luxemburg Stiftung unterstützten, Forschungsprojekts “Indigene Justiz, Plurinationalität und Interkulturalität in Ecuador und Bolivien”, koordiniert von Boaventura de Sousa Santos, ein gleichnamiges Seminar in den Räumen der Stiftung in Quito statt.
Das Ziel des Seminares war es, durch den Austausch von Experten sowohl aus dem Bereich der eurozentrischen wie der indigenen Justiz, die politischen und methodologischen Grundzüge des für 2011 angesetzen Forschungsprojekts zu definieren.

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Oskar Lafontaine besucht Ecuador und spricht auf Parteienforum

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Die Linke startet neue Initiative im Bundestag zur Unterstützung des Projekts Yasuní-ITT

 

Vom 9. bis 12. November besuchte Oskar Lafontaine, einer der bekanntesten Politiker der Partei DIE LINKE, das südamerikanische Ecuador. Er nahm gemeinsam mit renommierten VertreterInnen von Linksparteien aus ganz Lateinamerika als einer der Hauptredner am Internationalen Parteienforum teil, welches vom Ministerium für die politische Koordination im Vorfeld des Gründungsparteitags der regierungsnahen Bewegung Alianza País organisiert worden war.

 

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rls standpunkte international 23/2010

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MIRIAM LANG

Ecuador nach dem Putschversuch

Geschwächte Regierung, gespaltene Linke und gestärkte Militärs

Der Putschversuch vom vorletzten Donnerstag ist gescheitert, doch Ecuador kommt nicht zur Ruhe. Hier zunächst die aktuellen Entwicklungen: Der Ausnahmezustand, der landesweit vorerst Ende letzter Woche endete, wurde für Quito auf unbestimmte Zeit verlängert, Präsidentenpalast und Parlament werden nun von Militärs bewacht, und dies soll noch zwei Monate lang so bleiben. Die Staatsanwaltschaft hat 58 Haftbefehle gegen Rädelsführer der Ereignisse des 30. September erlassen. 57 Polizeiangehörige sitzen Disziplinarstrafen ab, andere sind von der Staatsanwaltschaft vorgeladen. Lucio Gutiérrez, 2005 von der Bevölkerung aus dem Amt gejagter Staatspräsident, der von der Regierung als Hintermann des Putschversuchs dargestellt wird, ist wieder aus Brasilien zurückgekehrt und streitet jegliche Verantwortung ab.

 

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rls standpunkte international 23/2010

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Miriam Lang

30-09-2010

Putschversuch in Ecuador vereitelt

Präsident Correa durch loyale Militärs aus Polizeihospital befreit

«Ich werde hier als Präsident rausgehen, oder aber als Kadaver. Meine Sicherheit ist keineswegs garantiert, ich werde aber unter keinen Umständen verhandeln. Als ich mich habe wählen lassen, wusste ich, worauf ich mich einlasse. Ich wollte diesen Posten nicht, um einen Stuhl warm zu halten.» Worte des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, der gestern bis in die späten Abendstunden im Polizeihospitalder Hauptstadt Quito festgehalten wurde, nachdem er von aufständischen Polizisten tätlich angegriffen worden war. Der Staatschef hatte vormittags versucht, den Aufstand in der Polizeikaserne Pichincha durch einen persönlichen Besuch zu beschwichtigen – hatte jedoch die Gemüter nur noch mehr angeheizt, was schließlich zu den Angriffen mit Tränengas und Fäusten führte. Am späten Nachmittag meldete er sich mit dem zitierten Telefoninterview erstmals öffentlich zu Wort. Gegen 21 Uhr abends dann begann ein Gefecht zwischen loyalen Militärs und der im Hospital verschanzten aufständischen Nationalpolizei. Nach einer guten halben Stunde Schusswechsel gelang es, das Staatsoberhaupt in einem von Soldaten eskortierten Auto aus dem Hospital zu befreien. Wenig später sprach Correa vor tausenden Anhängern vom Balkon des Regierungspalasts: «Dies ist ein Tag tiefer Trauer. Wie konnten sie nur wegen etwas so banalem mit der Zukunft des Vaterlandes spielen?» fragte er in Anspielung auf die aufständische Polizei, welche auf infame Weise manipuliert worden sei. Correa benannte auch die Kräfte, die seiner Ansicht nach hinter der Verschwörung stecken: Ex-Präsident – und Militär a.D. – Lucio Gutiérrez und seine Partei Sociedad Patriotica. Offenbar gab es im Lauf des Gefechts mehrere Verletzte, es kam jedoch niemand ums Leben. Ecuador hat am gestrigen Tag die schwerste politische Krise seit dem Amtsantritt von Präsident Correa erlebt. Auslöser war ein Gesetz über den öffentlichen Dienst, das unter anderem eine Reihe von Boni und Auszeichnungen für Polizei und Militär abschafft, und vorgestern vom Parlament verabschiedet wurde – welches mit dieser Entscheidung ein Veto des Präsidenten gegen eine vorherige Version des Gesetzes ratifizierte.

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Neues Deutschland 9/2010

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MIRIAM LANG

Niebel torpediert den Klimaschutz

Deutschlands Entwicklungsminister will zukunftsweisendem Umweltvorhaben in Ecuador den Rücken kehren

Sie gilt als Vorzeigeprojekt: die Yasunì-ITT-Initiative in Ecuador zum Schutz des Regenwalds. Ecuadors Vorschlag: in einer Teilregion des Yasuní-Nationalparks auf die Erdölförderung zu verzichten, um die Artenvielfalt und die dort lebenden indigenen Völker zu schützen. Im Gegenzug sollte die internationale Gemeinschaft in den kommenden 13 Jahren in einen Treuhandfonds einzahlen, aus dessen Zinseinnahmen Entwicklungs- und Umweltvorhaben in Ecuador gespeist werden sollen. Der von Entwick-lungsmnister Dirk Niebel angekündigte Rückzug Deutschlands ist ein Schlag ins Kontor.

Vor einigen Tagen hat Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel mit einem Brief an die grüne Bundestagsabgeordnete Ute Koczky im südamerikanischen Ecuador für Entsetzen gesorgt. Darin teilt er mit, sein Ministerium werde eine Einzahlung von Geldern in den Anfang August eingerichteten Treuhandfonds der Yasuní-ITT-Initiative nicht in Betracht ziehen. Ecuadors erster und bisher stärkster Verbündeter in einem weltweit wegweisenden Vorstoß in Sachen Klimawandel ist damit abgesprungen. Zumindest vorerst. Denn nächste Woche wird eine hochrangige Delegation aus Ecuador in Berlin erwartet. Die Ministerin Maria Fernanda Espinoza, ein Vertreter der Vereinten Nationen, die den Treuhandfonds verwalten, sowie Wissenschaftler des Verhandlungsteams sollten eigentlich über die Konkretisierung des deutschen Beitrags sprechen. Nun müssen sie offenbar eine Reihe von Steinen aus dem Weg räumen, um die deutsche Regierung vor dem Besuch des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa Anfang November in Berlin doch noch umzustimmen. Der Vertreter der Vereinten Nationen wird Niebels Argument, die Einlagen seien nicht sicher, entkräften. Und auch das Socio Bosques Projekt in Ecuador, das Deutschland bereits unterstützt, ist keine Alternative zu ITT, so wie Niebel erklärt hat.

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Neues Deutschland 2/2010
 
rls standpunkte international 1/2010
 

Neuigkeiten


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Alternativen zu Entwicklung

von Ulrich Brand

In Quito wurde eine Arbeitsgruppe mit ExpertInnen aus 6 Ländern Lateinamerikas eingerichtet. Es geht um Alternativen zur kapitalistischen Globalisierung unter Berücksichtigung indigener Kämpfe und feministischer Perspektiven.

Spürte man auf dem Weltsozialforum Mitte Februar in Dakar förmlich den historischen Rückenwind der demokratischen Revolutionen in Nordafrika, so fand eine wichtige Initiative der Rosa-Luxemburg Stiftung in Lateinamerika nun vor dem Hintergrund des Nukleardesasters in Japan statt. Dieses zeigt deutlich, dass ein kapitalistisch getriebenes, auf unverantwortliche Großtechnologien setzendes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem enorm störanfällig ist. Es bedarf grundlegender Alternativen.

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Seminar zu indigener Justiz, Plurinationalität und Interkulturalität

An 5. Dezember 2010 fand im Rahmen des von der Rosa Luxemburg Stiftung unterstützten, Forschungsprojekts “Indigene Justiz, Plurinationalität und Interkulturalität in Ecuador und Bolivien”, koordiniert von Boaventura de Sousa Santos, ein gleichnamiges Seminar in den Räumen der Stiftung in Quito statt. Das Ziel des Seminares war es, durch den Austausch von Experten sowohl aus dem Bereich der eurozentrischen wie der indigenen Justiz, die politischen und methodologischen Grundzüge des für 2011 angesetzen Forschungsprojekts zu definieren.

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Lateinamerikanische Dialoge: Ökologische Gerechtigkeit für ein “erfülltes Leben”

Am Mittwoch den 8. Dezember 2010 veranstaltete das Andenbüro der Rosa Luxemburg Stiftung in Kooperation mit Radialistas apasionadas y apasionados und dem Centro Latino Americano de Ecología Social (CLAES) in Quito einen partizipativen Dialog mit dem uruguayanischen Sozialökologen Eduardo Gudynas zum Thema Ökologische Gerechtigkeit für ein “erfülltes Leben”. Mit auf dem Podium sass außerdem Wilton Guranda, Rechtsanwalt der nationalen Koordinationstelle für die Rechte von Natur und Umwelt der Ombudsstelle für Menschenrechte von Ecuador.

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